Geschichte

Turnverein 1856 e.V.

Jahn-Sporthalle Handball und andere Sportarten wurden erstmals im Turnverein 1856 e.V. ausgeübt. Gemeinsam mit den jungen Technikern des Frankenhäuser Technikums haben sie die ersten Handballspiele auf Großfeld durchgeführt.  Durch Ausbruch des II. Weltkrieges und die Einberufung vieler zum Kriegsdienst drohte der Handballsport zu verkommen. Da ergriffen im Jahre 1942 einige Jugendliche die Initiative und gründeten eine Jugendmannschaft des Handballsports im Turnverein 1856 e.V. 

Das erste Spiel

Ihr erstes Spiel trugen Sie im Mai 1942 gegen das Frankenhäuser Realgymnasium aus und gewannen es. Durch diesen Sieg mutig geworden, wurden Spiele gegen die Soldaten des Fliegerhorstes Esperstedt vom Geschwader "Wilde Sau" ausgemacht und dann durchgeführt. Da es aber auf dem Flugplatz keine Tore gab, mussten Pfosten her, und als Querlatte diente eine Wäscheleine. Böse Gerüchte sagen aus, dass die Frankenhäuser deshalb gewannen, weil ihr Torwart bei gegnerischen Schüssen ab und zu an dieser Leine zog und die Bälle deshalb drüber pfiffen. Ein Pilot mit einem Kreuz wie ein Kleiderschrank, "Rübezahl" genannt, flößte den Frankenhäusern zwar Respekt ein und trotzdem, körperlich zwar unterlegen, konnten doch einige Erfolge erzielt werden. Ähnlich war es bei den Spielen gegen Sondershausen und Artern. Der sportliche Aufwärtstrend wurde aber auch hier durch die Kriegsereignisse gestoppt, nach und nach wurde jeder aus dem erfolgreichen Team zum Wehrdienst eingezogen. Das Sportgeschehen wurde bis 1946 unterbrochen.

Nach dem II. Weltkrieg

Erst in den Sommermonaten dieses Jahres wurde von den Heimkehrern die Handballtradition wieder belebt. Die Fußballer und Handballer traten zum Konkurrenzkampf um ihre Mitglieder an. Spiele beider überschnitten sich auf dem einzigen spielfähigen Sportplatz. Abhilfe musste geschaffen werden. So wurde wieder angepackt. Im Wald wurden Bäume für Pfosten gefällt, die Bombenkrater wurden zugeschüttet und Linden gepflanzt. So hatten die Handballer ihren eigenen Sportplatz. Der Spielbetrieb kam immer mehr in Gang. 1946 besiegte man in einem Spiel die Neugegründete Sondershäuser Handballmannschaft mit 12:2. 1947 gab es schon 3 Handballmannschaften, die auf dem Großfeld Spiele u.a. in Kelbra, Sangerhausen, Sömmerda, Sondershausen, Schlotheim, Salza und Bleicherode austrugen. Mit dem Fahrrad oder mit bereitgestellten LKWs ging es auf Tour. In Oberdorla ging es sogar um den Aufstieg in die nächsthöhere Spielklasse. Schon im Frühjahr wurde eine B-Jugend gebildet, damit wurde für den Nachwuchs der Männermannschaften gesorgt.

Die goldenen Jahre

Mannschaft der 50er Jahre

1951 wurde dann die BSG "Traktor" gegründet. Die 1.Männermannschaft konnte eine Reihe von Kreismeistertiteln erringen. Im Schwarzburger Hof gab es dann die Versammlungen, theoretischen Spielvorbereitungen und natürlich auch die legendären Frühschoppen. Auf dem Großfeld und auf dem Kleinfeld wurden nun die Punktspiele durchgeführt. Viele Male konnte der Unionstitel bzw. Unionspokal errungen werden. Zahlreiche Pokale und Urkunden von Freundschaftsturnieren zeugen von der erfolgreichsten Zeit des Frankenhäuser Handballs. Absolute Höhepunkte waren die internationalen Vergleiche in Prag, in Siemnianowice in Polen und in Balatonfüred in Ungarn. Die Fahrräder und LKWs von damals waren nun längst den Bussen, dem Zug und dem Flugzeug gewichen. Schritt für Schritt hängten dann die erfolgreichen Handballer dieser Jahre ihre Turnschuhe an den Nagel.

Nach der Wiedervereinigung

Zur Wende gab es dann die ersten Vergleiche mit unserer Partnerstadt Bad Sooden-Allendorf in Hessen. Nach dem Abtritt vieler Akteure wurde Dank der Übungsleiter wieder für spielstarken Nachwuchs gesorgt. So schaffte man dann auch 1992 noch einmal den Aufstieg in Thüringens zweithöchste Spielklasse -  der Verbandsliga Staffel West. Doch danach begannen die Jahre der Stagnation und man stieg wieder ab. Im Nachwuchsbereich wurde nicht mehr gearbeitet. Der Tiefpunkt im Frankenhäuser Handball wurde 1999 erreicht, als man keine Mannschaft mehr für den Punktspielbetrieb zusammenbrachte und komplett vom Handballparkett verschwand.

(Ausschnitte aus der Festrede zum 1.Traditionstreffen der Handballer im Jahre 1997 von Harald Fiebig)